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Leitlinien unserer Praxis

Es gibt viele therapeutische Geschichten oder Metaphern zum Erklären von Wichtigen. Um Ihnen zu verdeutlichen, was uns in der psychotherapeutischen Behandlung am Wichtigsten ist,  möchten wir das Gleichnis einer Bergbesteigung verwenden. Dazu werden wir uns Therapeuten als Bergführer und Sie als Patient als Bergsteiger bezeichnen.

Und alle wahren Bergsteiger mögen uns verzeihen, wenn Begrifflichkeiten nicht ganz korrekt sind...wir sind nur Therapeuten.

 

Therapeutische Beziehung

Egal, ob sie "nur" einen 2000er oder die höchsten Berge dieser Welt besteigen möchten oder müssen...die Wege zu den Gipfeln können sehr beschwerlich sein. Der Führer und der Bergsteiger sind dabei aufeinander angewiesen. Sie müssen sich verstehen, einander vertrauen und sich aufeinander verlassen, um alle Probleme gemeinsam bewältigen zu können. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Therapeut und Patient sowie eine individuell auf Sie angepasste Behandlung sind wichtige Voraussetzungen, um Ihr persönliches Therapieziel zu erreichen.

 

Wissenschaftlichkeit

 Als Bergsteiger würden Sie sicher gerne einen Führer für den Aufstieg haben, bei dem Sie sich sicher fühlen...weil er sich mit dem Wetter, der Ausrüstung, den Routen und auch den Auswirkungen der Anforderungen dieser Bergbesteigung auf  ihren Körper  und noch mit vielem anderen mehr auskennt. Damit wir dies als Therapeuten gewährleisten können, besuchen wir regelmäßig Weiterbildungen, damit wir auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse für die psychotherapeutische Behandlung sind und geben unser Wissen selbst als Dozenten an Kollegen weiter.

 

Zielorientierung

Um eine optimale Behandlung zu ermöglichen, ist es wichtig, gemeinsame Ziele herauszuarbeiten. Dies kann besonders in Zeiten hohen Leidendrucks  schwierig für Sie als Patient sein, da sie verständlicherweise so schnell wie möglich Wohlbefinden  und psychische stabile Gesundheit erreichen wollen. Ihr Wunsch, so schnell wie möglich an die Spitze des Berges zu kommen, möglichst schon nach der ersten Stunde zu wissen, wann sie dort oben ankommen, ist also verständlich. Wir als gute Bergführer werden trotzdem nicht auf eine gute Vorbereitung verzichten...wir packen den Proviant, wir überprüfen die Ausrüstung auf Funktionalität und Vollständigkeit, holen den Wetterbericht ein, besprechen die Route. Sie merken schon, diese Zielklärungsphase ist sehr wichtig, dauert aber. Während unserer Bergtour werden wir dann in regelmäßigen Abständen prüfen, ob wir den richtigen Weg zum Gipfel eingeschlagen haben. Dabei kann es notwendig sein, dass wir unsere Route den aktuellen Witterungsbedingungen und vorzufindenden Gegebenheiten anpassen. Das Ziel lassen wir dabei aber nicht aus dem Auge.

 

Ressourcenorientierung

Was brauchen Sie, um eine solch herausfordernde Bergbesteigung zu meistern und den Gipfel zu erklimmen? Neben der richtigen Ausrüstung, Proviant und Unterstützung eines Bergführers helfen das Wissen um und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das Foto eines lieben Menschen, ein Glücksbringer oder ein inneres Bild vom Berggipfel…alles, was Sie stützt und stärkt. In der Therapie versuchen wir, gemeinsam mit Ihnen solche Ressourcen für den Alltag wieder aufzudecken oder neu mit Ihnen zu entwickeln.

 

Transparenz

Wenn wir gemeinsam den Berg besteigen, ist es wichtig, dass Sie wissen, warum ich wann welche Sicherungshaken in den Felsen schlage, warum ich wann welche Sicherungsknoten wähle und warum wir unter Umständen auch  mal unsere Positionen, unsere Reihenfolge in der Gruppe ändern. Es ist wichtig, dass Sie verstehen, warum ich genau diese Stelle zum Zeltaufbau wähle, oder anordne, wie viele Zwischenlager nach dem Basislager aufgebaut werden. Sie werden dadurch lernen, wie sie in Zukunft eigene Bergbesteigungen durchführen können. Durch eine transparente Therapiegestaltung werden Sie künftig ihr eigener Therapeut sein und ihren Alltag selbstständig meistern können.

 

Alltagsnähe

Einen Gipfel werden wir nicht dadurch erklimmen, dass wir darüber reden. Wir müssen es tun… den Rucksack packen, die Bergschuhe anziehen, loslaufen und alle Strapazen auf uns nehmen. Während unserer Besteigung werden Sie viel über den Berg, das Wetter und die Ausrüstung, über verschiedene Techniken des Bergsteigens und vor allem über sich selbst lernen. Dieses Wissen gilt es zu festigen, um es auch bei der nächsten Bergtour anwenden zu können. Auch in der Therapie reicht reden allein meist nicht aus. Wir werden deshalb konkrete Übungen in und außerhalb der Therapiepraxis durchführen und entwickeln weitere Trainingsschritte für die Zeit zwischen den Therapiesitzungen.  Auf diese Weise können Sie die Probleme in ihrem Alltag bewältigen sowie neue Verhaltensweisen und Erkenntnisse festigen.